Januar 2011 bis März 2011 Drucken

Anfang Januar haben wir noch einmal unsere Fotoprojekte Revue passieren lassen:

Was haben wir (besonders die Kinder!) viele Fotos geknipst! Draußen und drinnen: gegenseitig, Details am Körper wie Augen, Ohren, Münder, Füße (in Socken), Hände; Herbstbilder, Ecken und Flecken (Lieblingsorte) und Gegenstände im Kindergarten und immer wieder das Kuscheltier oder auch gern die Erzieherinnen.

Und was haben wir daraus gemacht? Namenskärtchen, Collagen zum Herbst, zum Körper, zu den Lieblingsorten im Kindergarten. Wir haben Bildbearbeitung manuell und digital ausprobiert.

Ein wunderschönes Memory entstand im Dezember, für das sich jedes Kind aus den schönsten Fotos im Projekt ein Lieblingsbild ausgesucht hat und bei dem die zweite, dazugehörende Karte nicht einfach das gleiche Motiv enthält, sondern einen Ausschnitt, den das Kind selbst ausgewählt hat. Alle Kinder schnitten dann die Motive aus und die Erzieherin Jana hat die Karten laminiert, so dass das Spiel bei Windstille sogar im Garten gespielt werden kann.

Mit einer kleinen Rückschau war unser Fotomodul beendet und wir wandten uns dem Audiobereich zu.


Im Einstiegsgespräch dazu unterhielten wir uns mit den Kindern über die Sinne – welche haben wir, was machen wir damit. Beim Hören angekommen, fragten wir, was die Kinder gern anhören. Haben sie einen eigenen CD-Player? Mit Kassette? Alle Kinder haben einen CD-Spieler (oder Zugang zu einem), und sie hören am liebsten Geschichten und Lieder (auf CD und auf Kassette). Die üblichen Hörspiel-Verdächtigen sind auch hier hoch im Kurs: Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg. Radio hören sie (noch) nicht aktiv oder bewusst.

Anja hatte eine große Tasche mit Dingen dabei, mit denen man Geräusche machen kann. Versteckt hinter einem Tisch hat sie mit einem Kind einen Gegenstand oder ein Material rausgesucht, das Kind hat damit das Geräusch erzeugt, und alle anderen haben geraten. Und wer zuerst richtig riet, konnte das nächste Geräusch vormachen. Einige CDs mit Geräuschen, z.B. startendes Flugzeug oder Zahnarztbohrer, Staubsauger, Geräusch beim Wählen mit einem alten Telefon (Drehscheibe), hatten wir dabei und haben ausgewählte Geräusche gemeinsam mit den Kindern gehört und auch geraten.

Beim darauffolgenden Treffen haben die Kinder mit uns die Rollen getauscht: sie haben nacheinander verschiedene Geräusche gemacht, die wir erraten durften. Einfach war das nicht!

Wir haben die Aufnahmetechnik für Töne vorgestellt: das Mikrophon, der Kopfhörer und das Aufnahmegerät. In zwei Gruppen waren die Kinder dann im Zimmer und im Haus unterwegs, um Geräusche zu finden und aufzunehmen. Wieder im Zimmer, hat die jeweils andere Gruppe geraten, was und wo das Gehörte ist.

Beim Treffen am 01. Februar stand im Rahmen des Vorschulprogramms der Besuch der Feuerwache an. Mit Fotoapparaten und einem Aufnahmegerät ausgestattet waren wir gemeinsam unterwegs, mit dem Vorhaben interessante Bilder und Geräusche „einzufangen“.

Beim nächsten Treffen im Kindergarten haben uns die Köpfe geraucht und die Münder waren fusselig, erst erinnerten wir uns, wie es auf der Feuerwache war, welche Anzüge haben die Feuerwehrmänner, was passiert, wenn ein Alarm ertönt, wozu brauchen die Männer einen Fitnessraum.

Danach ging es um unser Ziel im Audiomodul, mit den Kindern ein Hörspiel zu erarbeiten und aufzunehmen. Worum kann es in der Geschichte gehen? Schnell war die Hauptfigur des Hörspiels gefunden: Finky. Finky ist ein Vogel, eine Handpuppe, die als Identifikationsfigur, Projektionsfläche fungiert. Gleichzeitig ist Finky auch Maskottchen der Gruppe.

Was aber passiert mit Finky? Trifft er andere Tiere? Erlebt er ein Abenteuer?

Unsere Geschichte beginnt damit, dass Finky weg ist. Und dann überlegten und besprachen die Kinder, wo er sein könnte, was er erleben könnte.

Und die Kinder hatten viele Einfälle! Sie sponnen rum, so dass wir uns sehr freuten, weil wir dachten, wir könnten beim nächsten Mal diese Dialoge einfach aufnehmen, um daraus das Hörspiel zu basteln.

Aber sobald sie das Mikrophon vor der Nase hatten, wurden die Kinder leise und leiser und konnten sich auch nicht mehr so recht an ihre Ideen vom letzten Mal erinnern.

Wir schrieben also ein Hörspielmanuskript mit 7 kleinen Dialoge rund um die Ideen der Kinder. Alle Kinder sollten die Möglichkeit haben, als Sprecher im Hörspiel aufzutauchen.

Die Kinder nahmen „ihren“ Text mit nach Hause und lernten mit ihren Eltern ihre Dialoge.

In den folgenden Treffen Ende Februar bis Mitte März nahmen wir die Dialoge auf – in einem kleinen Raum im Keller des Kindergartens neben dem Kinderspeiseraum. Dort war es meist ruhig, doch jeder Toilettengang im Geschoß darüber bescherte eine rauschende Spülung, in der Küche waren Arbeitsgeräusche mal lauter mal leiser zu hören, so dass wir die Aufnahmen immer mal wieder unterbrechen mußten.

Bei diesen Aufnahmen waren jeweils zwei maximal drei Kinder dabei. Da die Kinder ihren Text oft gut kannten, genügten auch drei Aufnahmen, aber wir hatten auch Sätze, die mußten 10 mal gesprochen werden, um eine gute Aufnahme zu erreichen.

Die Kinder im Gruppenraum überlegten währenddessen, welche Geräusche in ihr Hörspiel passen. Was passiert in der Geschichte, was hört man da noch und wie können wir selber diese Geräusche machen? So entstanden Bausteintürme, die (für die Geräuschaufnahme) umgestürzt wurden. Wie klingt das Meer, Möwen, wie klingt das, wenn ein Eis geschleckt wird, und wie klingt ein Zug? Schließlich lernten die Kinder passend zu einer Episode im Hörspiel ein Märchenratelied, auch das nahmen wir auf.

Während die letzten Dialogaufnahmen im Keller stattfanden, konnten die anderen Kinder am Computer ausprobieren, wie Sprache im Computer aussieht, wie man Gesprochenes auseinanderschneiden und neu zusammenfügen kann. Aus den eingesprochenen Namen der Kinder entstanden so ganz neue Wörter.

Den Schnitt und das Zusammenfügen der Dialoge zu einer Geschichte übernahmen wir von Radio T.

Beim Elternnachmittag am 29. März berichteten wir den Eltern vom Entstehen des Hörspiels, die Kinder machten mit ihren Eltern ein kleines Geräuscheratespiel (das aber viel einfacher war, als das, was sie mit uns gemacht hatten). Die Eltern erkannten jedes Geräusch. Dann sang die Gruppe ihr Märchenlied vor und als Abschluss spielten wir das Hörspiel vor.

 

 

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